Gold kaufen: Welche Kosten wirklich zählen
Der Goldpreis ist nur ein Teil der Rechnung
Wer physisches Gold kauft, orientiert sich häufig zuerst am aktuellen Goldpreis. Für die tatsächlichen Kosten eines Kaufs reicht dieser Blick jedoch nicht aus. Entscheidend ist, welcher Preis tatsächlich bezahlt wird, zu welchem Preis ein späterer Verkauf möglich ist und welche weiteren Kosten entstehen.
Erst aus dem Zusammenspiel von Kaufpreis, An- und Verkaufspreis, möglichen Gebühren sowie Kosten für Verwahrung und Versicherung ergibt sich ein realistisches Bild.
Was bedeutet der Goldpreis eigentlich?
Der Goldpreis, den man in Nachrichten oder auf Finanzseiten sieht, ist in der Regel ein international ermittelter Marktpreis für Gold. Er verändert sich fortlaufend und wird häufig je Feinunze angegeben. Eine Feinunze entspricht rund 31,1 Gramm Gold.
Dieser Marktpreis ist jedoch nicht automatisch der Preis, zu dem Verbraucher einen Goldbarren oder eine Goldmünze kaufen können. Beim physischen Gold kommen unter anderem Herstellung, Verarbeitung, Handel und Vertrieb hinzu. Deshalb liegt der tatsächliche Verkaufspreis eines konkreten Goldprodukts normalerweise über dem rechnerischen reinen Goldwert.
Für einen sinnvollen Vergleich sollte deshalb nicht nur gefragt werden: „Wie hoch ist der Goldpreis?“, sondern auch: „Wie viel bezahle ich tatsächlich für die enthaltene Goldmenge?“
Kaufpreis: Warum physisches Gold mehr als der Goldwert kostet
Beim Kauf eines Goldbarrens oder einer Goldmünze wird nicht nur das enthaltene Edelmetall bezahlt. Bis ein handelbares Produkt beim Käufer ankommt, entstehen weitere Aufwendungen – beispielsweise für Herstellung, Prägung oder Guss, Prüfung, Verpackung, Transport und Vertrieb.
Diese Kosten werden in den Verkaufspreis eingerechnet. Deshalb liegt der Preis für physisches Gold üblicherweise über dem rechnerischen Wert des enthaltenen Goldes. Dieser Aufschlag wird häufig als Aufgeld bezeichnet.
Wie hoch das Aufgeld ausfällt, hängt unter anderem von Produkt, Stückelung, Hersteller und Händler ab. Kleinere Barren und Münzen weisen bezogen auf die enthaltene Goldmenge häufig höhere Aufschläge auf als größere Einheiten, weil sich bestimmte Herstellungs- und Vertriebskosten auf weniger Gold verteilen.
Für den Käufer ist deshalb nicht nur der Goldpreis entscheidend, sondern der tatsächliche Preis pro Gramm Feingold. Erst damit lassen sich unterschiedliche Angebote sinnvoll miteinander vergleichen.
Ankauf und Verkauf: Die Differenz verstehen
Beim Vergleich von Goldangeboten ist nicht nur wichtig, zu welchem Preis Gold gekauft werden kann, sondern auch, welchen Preis ein Händler bei einem späteren Verkauf dafür zahlen würde. Diese beiden Preise sind normalerweise nicht identisch.
Der Händler verkauft physisches Gold zu seinem Verkaufspreis und kauft es zu seinem Ankaufspreis zurück. Die Differenz zwischen beiden Preisen wird häufig als Spread oder Handelsspanne bezeichnet. Je größer diese Differenz ist, desto stärker müsste sich der Goldpreis zunächst zugunsten des Besitzers verändern, bevor ein Verkauf gegenüber dem ursprünglichen Kaufpreis einen Gewinn ergeben kann.
Ein vereinfachtes Beispiel: Wird Gold für 10.000 Euro gekauft und könnte es zum gleichen Zeitpunkt lediglich für 9.500 Euro wieder verkauft werden, beträgt die Differenz 500 Euro beziehungsweise 5 Prozent des Kaufpreises. Der Goldpreis müsste – bei ansonsten unveränderten Bedingungen – entsprechend steigen, um diese anfängliche Differenz auszugleichen.
Deshalb sollten vor dem Kauf nicht nur Goldpreis und Kaufpreis, sondern auch die konkreten Rückkaufbedingungen betrachtet werden. Dazu gehört insbesondere, wie der Ankaufspreis bestimmt wird und ob beim späteren Verkauf weitere Abschläge oder Gebühren entstehen.
Weitere Kosten: Verwahrung, Versicherung und Versand
Neben Kaufpreis und Handelsspanne können bei physischem Gold weitere Kosten entstehen. Welche davon relevant sind, hängt insbesondere davon ab, wie das Gold gekauft, geliefert und anschließend aufbewahrt wird.
Bei einer Lieferung können Versand- und gegebenenfalls Versicherungskosten anfallen. Wer Gold selbst verwahrt, sollte sich Gedanken über eine sichere Aufbewahrung machen. Ein Bankschließfach oder eine professionelle Verwahrung kann laufende Kosten verursachen. Auch bei externen Verwahrungsangeboten sollte geprüft werden, welche Leistungen im Preis enthalten sind und wie der Zugriff auf das Gold geregelt ist.
Wichtig ist deshalb, nicht nur einzelne Gebühren zu betrachten, sondern die Gesamtkosten über die geplante Haltedauer. Ein zunächst günstiges Angebot kann durch zusätzliche Kosten weniger attraktiv werden; umgekehrt kann ein höherer Kaufpreis mit günstigen Verwahrungs- oder Rückkaufbedingungen verbunden sein.
Je transparenter Kaufpreis, Rückkauf, Verwahrung und Nebenkosten dargestellt werden, desto besser lassen sich unterschiedliche Angebote miteinander vergleichen.
Warum die Rückkaufbedingungen besonders wichtig sind
Wer physisches Gold kauft, sollte bereits vor dem Erwerb wissen, wie und zu welchen Bedingungen ein späterer Verkauf möglich ist. Denn ein günstiger Kaufpreis allein sagt noch nichts darüber aus, welchen Betrag der Besitzer beim Verkauf tatsächlich erhält.
Entscheidend ist insbesondere, wie der Rückkaufpreis bestimmt wird. Orientiert er sich am aktuellen Goldkurs? Welche An- und Verkaufsspanne wird zugrunde gelegt? Fallen zusätzliche Gebühren oder Abschläge an? Und besteht eine verbindliche Rückkaufmöglichkeit oder muss später zunächst ein Käufer gefunden werden?
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Der Goldpreis kann zwischen Kauf und Verkauf steigen oder fallen. Gute Rückkaufbedingungen beseitigen dieses Preisrisiko nicht – sie machen jedoch transparenter, welcher Anteil des jeweiligen Goldwertes beim Verkauf tatsächlich realisiert werden kann.
Wer Angebote miteinander vergleicht, sollte deshalb Kauf und Rückkauf gemeinsam betrachten. Ein transparent geregelter Rückkauf kann ebenso wichtig sein wie ein attraktiver Kaufpreis.